KAPITEL 5
Die Feste war verwüstet. Im Innenhof lagen überall gefesselte Elben und Elbenbewohner zwischen zahllosen Leichen. Alarmiert rannten Alice und ich ins Kloster und fanden dort Charlies Kopf. Der blutige, verstümmelte Körper lag am anderen Ende des Raumes.
„Paps!!!!“, kreischte Alice.
Ich wusste, dass ihre Mutter früh gestorben war. Als Mittagessen für den Herrscher des Krrrrrnn. Und genau der stand nun über der kopflosen Leiche ihres Vaters.
„Hey! Ich weiß, wie sich das anfühlt“, tröstete ich sie.
Falls ihr den ersten Teil von Elbanya nicht gelesen habt, kläre ich euch kurz auf: Mein Dorf wurde von einem der Drachen verwüstet, die die Bäume gesprengt haben. Ich sah meine Eltern und meinen besten Kumpel sterben. Die Bilder dieses Morgens hängen mir immer noch im Hirn, als hätte jemand sie dort eingraviert. Ich wusste also wirklich, wie es sich anfühlte, jemand zu verlieren, den man liebt.
„Nein, nicht jeden“, sagte ich mit fester Stimme. Alice sah mich verwundert an und lächelte. Dann sah ich den Herrscher der schlimmsten Dimension von allen an. Zog beide Schwerter. Meins und das von Cult.
„NEIN!“, keuchte der Assymlin, „NICHT DU!“
Ich griff an.
„SHOWDOOOOOWN!“, kreischte ich und drosch genau zwei Sekunden auf die Klinge des Monsters ein, bevor er mich wegfegte wie eine lästige Elbschnake. Ächzend knallte ich gegen eine Wand. Gerade holte der Assymlin zum Todesstoß aus, da wurde sein Hals von einem Schwert durchbohrt. Mit einem „Pchchchchchchchchch …“, ging der Herrscher des Krrrrrnn zu Boden.
Mit einer Geste TIEFSTER Verachtung zog Alice ihr Schwert aus dem Mörder ihrer Eltern. Dann sah sie mich an. „Zeit für einen Neuanfang“, sagte sie und lächelte.
10 Jahre später
„Hey, Daddy, schau mal, was wir in der Schule gebaut haben!“, ruft ein kleiner Junge und wird von einer 10 Jahre älteren Alice begrüßt.
„Hey, mein Engel! Wow, das Holzschwert ist echt cool. Hast du das selber gecraftet?“, fragt sie den stolzen Cult.
Da kommt auch Charlie nach Hause. Er ist der ältere der beiden Kinder von Alice und Tim. Jetzt kommt auch endlich der Held unserer Geschichte aus der Küche. Tim. Auch er ist gealtert und begrüßt seine Jungs.
„Ihr wisst, ihr habt die Namen von zwei GROSSEN HELDEN. Und der ein“ – Tim wirft einen stolzen Blick auf Charlie – „war sogar euer Opa.“
ENDE
Maris Schneider, 8b (Schuljahr 2025/26)