KAPITEL 3
Ich fand Charlie im Kloster.
„Ah, Tim. Tritt näher“, begrüßte er mich. Aber er wirkte besorgt.
„Was ist los?“, fragte ich.
„Nichts, ich –“ WAMM!!!!!
Die Tür flog auf und Alice stolperte schweißgebadet in den Raum.
„Das ist los“, meinte Charlie und wandte sich an seine Tochter.
Falls ich es noch nicht erwähnt hatte, ja, Alice ist seine Tochter.
„Was ist los?“, fragte er verwirrt.
„Assymlins. Und Gnorks. Ich habe mit eigenen Augen gesehen, wie sie sich an Elbanyas Grenze materialisiert haben.“
„Beruhig dich erstmal“, sagte ich und schob ihr einen Stuhl hin. „Holt alle Erwachsenen, die ihr finden könnt. Bildet sie im Kampf aus. Sagt Cult, Morgans Kette muss warten. Und baut Bunker für die Kinder und Tiere. Und für die Bäume“, kommandierte ich.
„Ich werde Hilfe bei der ärztlichen Versorgung benötigen“, sagte Charlie.
Wir nickten uns zu, dann rannten wir los. Ich in Richtung Dörfer, Alice zu Cult. Einige Bewohner traf ich schon auf dem Weg und ließ sie die Nachricht weiterverbreiten. Nur eine knappe Stunde später wussten alle davon. Keuchend kam ich ins Kloster zurück. Charlie hatte ein Dutzend Helfer um sich geschart.
„Es geht los“, sagte ich.
Von nun an zählte jede Sekunde. Jeden Tag wurden zwei Gruppen Bewohner losgeschickt. Die eine trainierte den Umgang mit Waffen, die andere baute die Schutzbunker. Und das immer im Wechsel. So vergingen fünf lange Tage. Dann hieß es: „Okay, ihr Pfeifen. Hört jetzt gut zu, denn ich werde das nur noch fünfzehn Mal erklären. Wir teilen uns auf. Eine Gruppe für jedes Dorf. Wenn die Krrrrrnn-Armee auftaucht, haut ihr einfach jeden Idioten um, der euch im Weg steh-“
Weiter kam ich nicht, denn irgendjemand zog mit einem Knüppel eins über.
„WAS SOLL DAS?“, schnauzte ich den Bewohner an. „Na ja, du standest mir im Weg“, meinte er. Jepp, manche sind ziemlich begriffsstutzig. Wie der Kandidat hier.
„Also ihr zieht jedem FEIND eine über, OK?“
Eine Ohrfeige ertönte und ein junger Bewohner rief: „Aua! Warum knallst du mir eine, du Psycho?“ Tja, da hatte ihm ein Klassenkamerad eine geschallert.
„Ich korrigiere: Jeden Feind der KRRRRRNN!“
Hoffentlich war das eindeutig genug.
KAPITEL 4
Da kamen sie: Gnorks, ungefähr einen Block bis 1,20 Blöcke groß, gefolgt von riesigen Assymlins, 2,75 Blöcke bis zu gigantischen 8,4 Blöcken. Und um die 150 Krrrrrnn-Drachen! Dabei hatten wir schon mit einem Probleme gehabt. Über 100? Wir steckten in gewaltigen Schwierigkeiten! Da rollten unsere Leute etwas heran. Riesenarmbrüste! So groß wie Häuser. Geladen mit Pfeilen aus Elbeisen, die länger waren als ich! Wow! THWAK! Der erste Pfeil flog, durchbohrte den Schädel eines Drachen und tötete das Biest. THWAK! THWAK! THWAK! Immer mehr Pfeile sausten durch die Luft, während wir die Bodentruppen in mörderische Nahkämpfe verwickelten.

BOOM! Ein Feuerball traf die Blockade, durchschlug sie und sprengte den ersten Heiligen Baum. Von weiter entfernt hallten fünf weitere splitternde Explosionen zu uns rüber. Nur noch sechs Bäume. Mist! Wir saßen so tief im Dreck, dass wir eigentlich schon längst erstickt wären, wenn es nicht nur einfach eine Redewendung gewesen wäre. Egal. Die Drachen drehten ab.
„Hinterher!“, brüllte ich.
BOOM! BOOM!
Zwei Bäume weniger. Blieben noch vier.
BOOM! Drei. Mist! BOOM! Zwei. Verdammt! BOOM! BOOM! Langsam riss der Boden auf. Cult, der direkt neben mir stand, fiel in eine Spalte. „Cult! Halt dich fest!“, rief ich und streckte ihm meine Hand hin.
„Tim …“, stöhnte er. Erst jetzt registrierte ich den Pfeil, der in seiner Brust steckte. „Sag meiner Familie, dass ich sie liebe“, flüsterte er mit schwacher Stimme.
„Sag´s ihnen selbst!“ Ich kämpfte mit den Tränen. Da traf auch mich ein Pfeil und für eine Achtelsekunde ließ ich den Schmied los. Cult fiel. „NEIN!“, schrie ich entsetzt.
Blind vor Wut riss ich mir den Pfeil aus der Schulter, schnappte mir Cults Schwert und metzelte mit zwei Schwertern jeden Gegner nieder, den ich erreichen konnte. Ich schlug mich bis zu Alice durch. Wir sahen uns kurz an, dann umarmte ich sie. Und dieses Mal presste sie mir kein Schwert an die Kehle.
Nach gefühlten Stunden, die sicher nur Sekunden gewesen waren, ließen wir uns los. Etwas bläulich Schimmerndes flog vorbei. Ein Samen! Ich nahm ihn vorsichtig in die Hand, pflanzte ihn ein und verbrauchte mein ganzes Inventar, um ihn einzumauern. Langsam schloss sich die Erde. Glücklich kehrten wir zur Elbenfeste zurück.
Doch es war noch nicht vorbei.
Maris Schneider, 8b (Schuljahr 2025/26)